Ist USB-C schon jetzt der Durchbruch?

Ist USB-C schon jetzt der Durchbruch?

Das Ziel der Bereitstellung eines einzigen, universalen Steckers ist gut. Der Markt ist übervoll von unterschiedlichsten Video- und Datenkabeln. Die Vereinheitlichung auf einen einzigen Kabeltyp ist zweifellos eine ausgezeichnete Idee. Wieweit das Potenzial von USB-C bereits technisch umgesetzt ist, bedarf aber einer differenzierten Betrachtung.

Der Universal Connector

USB-C wird als "Universal Connector" bezeichnet. In seinen verschiedenen Konfigurationen stellt USB-C Eigenschaften von USB2.0, USB3.0 (USB3.1 Gen1), USB3.1 Gen2, Ethernet, Audioein- und -ausgang, HDMI, DP, Thunderbolt sowie bis zu 100W Leistung zur Verfügung - Oder eine Kombination dieser Eigenschaften, wenn ein Multisignal-Dongle verwendet wird.

USB-C könnte eine Vielzahl von Verbindungsstandards ersetzen und bietet unendliche Möglichkeiten. Aus den Möglichkeiten erwachsen jedoch auch Probleme.

USB-C ist nicht gleich USB-C

Laut Stephan Sloot, Vertriebsleiter bei PureLink, besteht bei der Kabelwahl große Verwechslungsgefahr bei einem Steckertyp mit unterschiedlichen Eigenschaften, die aber optisch nicht erkennbar sind.

"Es stellt sich die wichtige Frage, wie sich die USB-C Kategorien voneinander unterscheiden lassen. Denn es kann beim Kabelkauf leicht vorkommen, ein sehr günstiges USB2.0-Kabel ohne Hochgeschwindigkeitsdaten, ALT-Modus oder PD zu kaufen, das genau so aussieht wie ein teures USB3.1Gen2 Kabel mit allen Eigenschaften. Beim Kauf von zwei High-End-USB3.1 Kabeln kann es sein, dass eines den Laptop mit Strom versorgt, das andere aber aufgrund unterschiedlicher Leistungsmerkmale ungeeignet ist und nicht funktioniert. Dies einem Kunden zu erklären ist natürlich eine Herausforderung. Das Kabel passt doch, warum funktioniert es dann nicht?

In der Vergangenheit waren neue Technologien optisch erkennbar. Sogar USB selbst änderte die Farbe seines USB3.0 Anschlusses auf Blau, so dass klar war, dass es sich um den High Speed 3.0 Anschluss und nicht um das Low Speed 2.0 Produkt handelte.

Somit ist festzustellen, dass die Bezeichnung „USB-C“ keineswegs ein Hinweis auf die Funktion des Anschlusses ist. Leider ist es mittlerweile üblich, sich lediglich auf den neuen Stecker und nicht auf die verwendete Norm zu beziehen."

USB-C und HDMI

Der aktuelle Top USB Standard ist USB3.1Gen2. Der ALT Modus in seinem Protokoll ermöglicht die intelligente Interaktion mit Peripheriegeräten. Er erkennt die Anschlüsse und passt sein Verhalten entsprechend an. So ist es beispielsweise möglich, die Nutzung der Datenleitungen an andere Protokolle wie DisplayPort, HDMI oder sogar Ethernet anzupassen. Er behandelt jedes Protokoll wie eine weitere Hochgeschwindigkeits-Datenverbindung. Eine einfache wie elegante Lösung.

Die Qualität der Kabelkonstruktion

Die höheren Datengeschwindigkeiten von bis zu 10Gbps und 100W Nennleistung erfordern zur Erfüllung dieser Standards anspruchsvolle Tests, hochwertige Materialien und komplexe Wickeltechniken. Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Kabellänge, bei der die Spezifikationen erfüllt werden, in den meisten Fällen auf nur 2 Meter begrenzt. Die meisten Kabel bestehen aus hochwertigen, verdrillten Doppeladern. Nur wenige Hersteller verwenden Mikrokoaxialkabel für eine verbesserte Signalintegrität.

Kritisch ist für Stephan Sloot auch die fehlende Verriegelung bei USB-C: „Das Fehlen einer Steckerverriegelung ist tatsächlich ein Problem für den professionellen Markt. Derzeit gibt es keinen Produktstandard."

Mit mediaCON hat NEUTRIK ein vielversprechendes Verriegelungsprodukt für den professionellen Einsatz von USB3.1Gen2 entwickelt. Leider funktioniert der Stecker jedoch nur mit seinem eigenen Kabel. Andere Hersteller sind dabei, Schraubverriegelungen in verschiedenen Variationen zu entwickeln.

Ein vollständig konformes Kabel ist derzeit aufgrund der Power Delivery Anforderungen nicht möglich.

USB-C Produkte von PureLink

PureLink setzt definitiv auf Produkte, die via USB-C eingespeiste Daten über größere Distanzen transportieren. Nicht nur mit der neuen iSerie bieten wir ein zertifiziertes Komplettsortiment von USB-C Adaptern, sondern auch für die PanConnect Tischanschlussfelder oder unsere PureTools Presentation- und Matrix-Switcher. Mit all diesen Produkten spielt die Übertragungsdistanz dann keine große Rolle mehr.

Dass es bisher kein komplettes Line Up inklusive Kabeln von PureLink auf dem Markt gibt, ist im Qualitätsanspruch an die PureLink Marken und die Funktion und Ausfallsicherheit der Produkte begründet.

Die Materialrecherche für einen High End Kabelaufbau brauchte seine Zeit, ebenso wie die Tatsache, dass es bis vor Kurzem kein gutes Testequipment für die Produktentwickung gab. Jetzt passt alles. PureLink entwickelt eine Serie von AOC-Kabeln für die Übertragung von Video bis zu 100m, die Anfang 2020 auf den Markt kommen.

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